Ich erstarrte. „Matthew…“
Er sprach nicht sofort. Tränen traten ihm in die Augen.
„Mama… es tut mir leid. Bitte komm nach Hause. Kayla und ich – es tut uns so leid.“
Ich antwortete nicht. Ich drehte mich um und schenkte Tee in zwei Tassen ein. Er setzte sich auf die Bank an der Wand. Wir saßen schweigend da.
„Ich bin nicht wütend“, sagte ich schließlich. „Aber im Moment gehöre ich hierher.“
„Warum, Mama?“
Ich sah ihm in die Augen. Ruhig, aber entschlossen.
„Weil ich endlich gelernt habe, mich selbst zu lieben. Und das werde ich nicht aufgeben.“
Eine Woche später kam Liam zu Besuch. Er umarmte mich fest.
„Oma, du warst schon ewig weg. Bitte geh nicht wieder weg.“
Ich streichelte ihm über das Haar. Er fütterte mich mit seinem Lieblings-Makkaroni-Auflauf.
Von da an brachte Matthew Liam jedes Wochenende mit. Manchmal kam auch Kayla. Sie half beim Abwasch. Wir waren noch nicht eng befreundet – aber wir bemühten uns. Und das genügte.

Eines Tages rief Matthew an.
„Mama, ich habe Hühnerpastete gemacht. Möchtest du etwas davon?“
Ich lächelte. Ich hatte nicht Ja gesagt. Aber zum ersten Mal fühlte es sich nach mehr als nur Schuldgefühlen an – es fühlte sich nach echter Zuneigung an.
Das Geld? Es ist noch auf dem Konto. Ich habe es nie aus Trotz ausgegeben. Ich habe es als Versprechen an mich selbst gespart. Denn jetzt verstehe ich:
Liebe ist nicht endloses Geben. Sie verdient Anerkennung, Freundlichkeit und gesunde Grenzen.
Und dieses Mal werde ich nicht verschwinden, um bewundert zu werden.
