Ich ging näher heran, schon zitternd. Und dann merkte ich, dass es in einem Mauerspalt feststeckte. Kein Weg hinein, kein Weg hinaus. Da dämmerte es mir – es war ein Skink. Eine echte Eidechse. Lebendig.
Und in diesem Moment wich die Angst plötzlich dem Mitleid. Es zappelte, krallte mit den Pfoten nach dem Ding, aber es konnte sich nicht befreien. Ich sah, wie erschöpft es war, wie sein Schwanz zuckte, und das machte mich innerlich noch trauriger.
Ich nahm all meinen Mut zusammen und half dem Tier vorsichtig. Mein Herz raste, aber ich schaffte es. Der Skink erstarrte sofort und kroch dann schnell davon, als wäre er nie da gewesen.

Später erfuhr ich, dass Skinke für Menschen harmlos sind. Sie sind weder giftig noch aggressiv und beißen nur, wenn sie stark erschreckt oder grob angefasst werden.
Normalerweise haben sie einfach Angst und versuchen zu fliehen. Und seltsamerweise fühlte ich mich nach all dem Schrecken ruhig. Ich hatte nicht nur keine Angst mehr, sondern auch das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben.
