Um 19 Uhr traf Maxwell Grant ein. Groß, vornehm, auf einen eleganten silbernen Spazierstock gestützt, begrüßte er Darius herzlich – bis er Lena sah.
Sie trug ein schlichtes schwarzes Kleid, ihre Augen waren rot umrandet. Ihre Hände zitterten leicht, als sie ihn begrüßte.
„Mrs. Collins“, sagte er sanft, „haben Sie geweint?“
Lena senkte den Blick.
„Meine Mutter ist heute gestorben.“
Maxwell erstarrte. Sein Blick fiel auf das Armband an ihrem Handgelenk – einen zierlichen Anhänger mit einem Phönix und zwei winzigen Schlüsseln.
„Woher hast du das Armband?“, fragte er mit zitternder Stimme.
„Es gehörte meiner Mutter“, antwortete Lena leise. „Sie hat mir gesagt, ich solle es nie ausziehen.“
Maxwells Gesichtsausdruck wandelte sich von Schock zu etwas Tiefergehendem.
„Elara Moore… war meine Schwester.“
Darius spürte, wie sich sein Magen zusammenkrampfte.
„Mr. Grant … ich hatte keine Ahnung. Falls wir das Abendessen verschieben sollten, können wir das selbstverständlich tun. Es tut mir wirklich leid, dass ich nicht erkannt habe, wie sehr Lena litt.“
Maxwell legte seinen Gehstock beiseite und legte Darius beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Du bist ehrgeizig, Collins. Das ist gut. Aber Ehrgeiz bedeutet nichts, wenn du die Menschen direkt vor dir vergisst.“
Er wandte sich Lena zu, seine Stimme warm.
„Deine Mutter verließ unsere Familie, als wir jung waren, weil die Dinge… schwierig waren. Sie wollte Frieden. Und dich jetzt zu sehen, wie du am Tag ihres Todes ein Abendessen ausrichten willst – das bricht mir das Herz.“
Lenas Augen füllten sich erneut mit Tränen.
„Ich wollte Darius’ Karriere nicht gefährden.“
Maxwell schüttelte den Kopf.
„Kein Karrieremoment ist es wert, Trauer zu unterdrücken.“
