„Mein Sohn hat es im Müll gefunden.“
Daniel blickte sie an, Schuldgefühle und Überraschung vermischten sich in seinem Gesichtsausdruck.
„Es war kein Müll“, stellte sie klar. „Ich habe nach einem Streit mit meinem Geschäftspartner impulsiv gehandelt. Ich hatte eigentlich vor, das Geld zu investieren, aber im Zorn habe ich es weggeworfen.“
Anna nickte, unsicher, was sie sagen sollte. Daniels Blick wurde weicher.
„Ich kann es nicht glauben, dass du es bist. Ich dachte, du wärst verschwunden.“
Mehr als zehn Jahre zuvor waren Anna und Daniel unsterblich ineinander verliebt gewesen, getrennt durch Missverständnisse und familiären Druck. Anna hatte kurz darauf festgestellt, dass sie schwanger war, konnte ihn aber nicht finden.
Daniel blickte Marcos an und fragte zögernd: „Ist er…?“
Anna nickte. „Ja. Ihr Sohn.“
Es wurde still im Raum. Daniel kniete vor Marcos nieder, seine Stimme zitterte.
„Ich wusste gar nicht, dass es dich gibt.“
„Bist du mein Vater?“, fragte Marcos. Daniel umarmte ihn fest, und Anna unterdrückte leise die Tränen.
In den folgenden Wochen versuchte Daniel, die Beziehung wiederherzustellen. Er nahm Marcos mit in seine Firma, kaufte ihm Bücher und begleitete ihn zu Spielen von Real Madrid. Mit Anna war es schwieriger; sie fürchtete, die Geschichte könnte sich wiederholen. Doch Daniel beteuerte, er habe sich verändert.
„Ich habe gelernt, was wirklich zählt“, sagte er. „Es ist nicht Geld.“
Ihr Glück wurde jedoch auf die Probe gestellt, als Laura, Daniels Ex-Frau, sie zur Rede stellte. Sie bedrohte Anna und versuchte, Daniels Karriere zu sabotieren. Innerhalb weniger Tage war Daniels Vermögen fast aufgebraucht.
Anna fand ihn in seinem leeren Büro.
„Ich werde dich nicht verlassen“, sagte sie. „Wir haben schon einmal Fehler gemacht, aber nicht noch einmal.“
Erschöpft, aber hoffnungsvoll fragte Daniel: „Vertraust du mir noch?“

