Mein Enkel hat mich rausgeschmissen, weil ich ihm zur Last fiel und er mit seiner Freundin Platz brauchte – aber ich habe mich am Ende noch gerächt.

Die düstere Stimmung in meinem Kopf verschwand, meine Kräfte kehrten zurück, und schon bald konnte ich wieder wie gewohnt meine Mahlzeiten kochen und meinen Garten pflegen.

Daniel wohnte immer noch bei mir, wie er es schon immer getan hatte. Und ich nahm naiverweise an, dass er es ernst meinte, als er mir versprach, für mich zu sorgen.

Ich habe die falsche Annahme getroffen.

Eines Abends kam er mit seiner Freundin Chloe nach Hause. Ich hatte sie schon ein paar Mal getroffen – sie war immer nett, aber distanziert.

„Oma, du musst gehen“, sagte er beiläufig, als wolle er mich daran erinnern, Milch zu holen.

Er seufzte, als ob ich schwierig wäre. „Chloe zieht ein, und wir brauchen mehr Platz. Du könntest in ein Obdachlosenheim gehen oder so.“

„Hör mal“, schimpfte er und rieb sich die Schläfe. „Du bist alt und eine Last. Es ist ja nicht so, als bräuchtest du ein großes Haus. Chloe und ich wollen unser gemeinsames Leben beginnen, und das können wir nicht, solange du hier bist.“

Und damit drehte er sich um und schlenderte zurück zu Chloe, als hätte er mich nicht gerade in zwei Hälften gebrochen.

Während ich im Dämmerlicht saß und meine Finger sich in die Tischkante krallten, murmelte ich: „Du ahnst nicht, was du da gerade getan hast, Junge.“

Der Morgen kam viel zu schnell, und Daniel platzte mit einem Koffer in der Hand in mein Zimmer.

„Hier“, sagte er und ließ es aufs Bett fallen. „Ich habe deine Sachen gepackt.“

Ich wollte schreien. Weinen. Stattdessen stand ich da. Langsam. Beharrlich. Ich nahm den Koffer und ging zur Haustür.

Ich trat auf die Veranda, und Daniel schloss die Tür hinter mir.

Ich war obdachlos.

Ich seufzte, stand auf und ging nebenan zum Haus meines Nachbarn.

„Margaret?“, fragte ich, als sie abnahm. „Kann ich Ihr Telefon benutzen?“

Dann rief ich meinen Anwalt an.

Nach zweimaligem Klingeln meldete sich eine tiefe Stimme: „Hier spricht Elliot.“

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