„Du hast zugehört“, flüsterte sie.
„Ja“, sagte ich. „Das werde ich immer tun.“
Die folgenden Tage verschwammen ineinander. Genesung. Gutartige Befunde. Und die langsame Erkenntnis, dass meine Ehe schon lange vor meinem Eingeständnis gescheitert war. Das verschwundene Geld führte zu einer versteckten Schuld, die Richard über ein Jahr lang verheimlicht hatte. Spielsucht. Lügen über Lügen. Und er war bereit gewesen, unsere Tochter leiden zu lassen, nur um alles geheim zu halten.
Ich habe still und leise die Trennung eingereicht. Vorsichtig. Mit Unterstützung.
Maya heilte. Langsam, dann plötzlich. Farbe kehrte in ihr Gesicht zurück. Ihr Lachen kam in Schüben zurück, wie etwas wiederentdeckt. Eines Abends lehnte sie sich an mich und sagte: „Ich dachte, ich sei schwach, weil ich Schmerzen hatte.“
„Es war stark von dir, dass du gesprochen hast“, sagte ich zu ihr.
Und ich meinte es ernst.
Uns geht es jetzt gut. Besser als gut. Unser Zuhause ist ruhiger. Sicherer. Maya vertraut ihrem Körper wieder. Und zum ersten Mal seit Jahren vertraue ich mir selbst.
Manchmal geht es in der Liebe nicht darum, den Frieden zu wahren.
Manchmal geht es darum, zuzuhören, wenn es sonst niemand tut – und sich jedes Mal aufs Neue für sein Kind zu entscheiden.
