Meine nette, ältere Nachbarin hat mich zum Weihnachtsessen eingeladen – am nächsten Morgen rief ich meinen Anwalt an.
Ich war immer fest entschlossen, die Karriereleiter hochzuklettern und ganz nach oben zu kommen. Mit 35 war ich fast am Ziel und verfolgte einen Traum, den ich schon seit Jahren hatte. Doch ein zufälliges Gespräch mit einer unerwarteten Person veränderte alles und veranlasste mich, am nächsten Morgen meinen Anwalt zu kontaktieren.
Vor einem Jahr bin ich in die Stadt gezogen, um eine neue Position anzutreten – die des Präsidenten der regionalen Niederlassung meines Unternehmens.
Es war eine einmalige Gelegenheit, aber sie hatte ihren Preis. Ich ließ meinen Mann Mark und unseren sechsjährigen Sohn Alex in unserer kleinen, ruhigen Heimatstadt zurück.
„Zwei Jahre“, hatte ich ihnen beiden versprochen. „Nur zwei Jahre, und dann werden wir nie wieder getrennt sein müssen.“
Doch die Trennung war schwieriger als ich gedacht hatte.

Jeder Anruf nach Hause erinnerte mich daran, was ich vermisste. Alex’ Stimme am Telefon, leise und zitternd, brach mir jedes Mal das Herz.
„Mama, kommst du zu Weihnachten nach Hause?“, flehte er eines Abends. „Bitte? Nur für einen Tag?“
Mir schnürte es die Kehle zu, aber ich zwang mich zu einem fröhlichen Ton. „Ich wünschte, ich könnte, Kumpel. Aber im Moment gibt es so viel zu tun. Wir feiern groß, wenn ich nächsten Monat zu Besuch komme, okay?“
„Okay“, flüsterte er.
Nachdem ich aufgelegt hatte, saß ich allein in meiner eleganten, modernen Wohnung.
Ohne Eleanor, meine betagte Nachbarin, wäre ich in dieser Einsamkeit vielleicht ertrunken.
