Deine Mutter ist tot? Na und? Bedienen Sie jetzt meine Gäste“

Lena Moore hatte den ganzen Vormittag wie in Trance durch ihre Wohnung getaumelt.

Gegen Mittag, während sie gedankenverloren Gemüse schnitt, klingelte ihr Telefon. Die Stimme des Arztes am anderen Ende der Leitung überbrachte einen Satz, der sie völlig auslaugte:

Ihre Mutter, Elara Moore, war verstorben.

Er wiederholte es zweimal, doch Lena brauchte einen Moment, um es zu begreifen. Nach dem Gespräch sank sie in einen Küchenstuhl, unfähig zu weinen, unfähig, irgendetwas anderes als das Klingeln in ihren Ohren wahrzunehmen. Die Wohnung war unerträglich still.

Später am Nachmittag öffnete sich die Haustür. Ihr Mann, Darius Collins, trat ein, erschöpft und angespannt von der Arbeit. Zerstreut lockerte er seine Krawatte.

„Lena … warum gibt es noch kein Abendessen?“, fragte er, ohne ihre geschwollenen Augen zu bemerken. „Mr. Maxwell Grant kommt heute Abend. Dieses Abendessen könnte über meine Beförderung entscheiden.“

Lena schluckte schwer.
„Darius… meine Mutter ist heute gestorben.“

Er hielt inne, nur einen Augenblick lang. Ein Atemzug. Ein Anflug von Überraschung – und dann lastete die Schwere der Arbeit wieder auf seinen Schultern.

„Lena… Es tut mir so leid. Wirklich. Aber heute Abend ist es unglaublich wichtig. Können wir… dieses Abendessen durchziehen? Eine Absage jetzt könnte meine Chancen wirklich beeinträchtigen.“

Seine Stimme klang nicht wütend, nicht hart – nur unter Druck. Schwerem, erdrückendem Druck.

Lena wollte Nein sagen. Sie wollte sich verkriechen und trauern. Doch Darius’ Angst ließ sie zögern. Ihre Stimme klang dünn:

“Ich werde es versuchen.”

DAS ABENDESSEN, DAS ALLES VERÄNDERTE

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