Junge Motorradfahrer verspotteten mich nach meinem Sturz und zwangen mich dann nach 50 Jahren Motorradfahren in den Ruhestand.

„Wir hatten eine Besprechung“, sagte er und vermied Augenkontakt. „Wir denken, es ist an der Zeit, dass Sie das Abzeichen ablegen.“

Ich sah mir ihre Gesichter an – manche mitfühlend, manche gleichgültig, andere einfach nur verlegen. Ein paar, die ich persönlich in den Club gebracht hatte, wagten es nicht einmal, mir in die Augen zu sehen.

Ich hatte drei Möglichkeiten: um meinen Verbleib kämpfen, stillschweigend gehen oder sie daran erinnern, wer ich war.

Also rief ich jemanden an, mit dem ich seit fast zwanzig Jahren nicht mehr gesprochen hatte – Tommy Banks.

Er war in den 70er-Jahren mein Motorradpartner, bevor er den Rennsport aufgab, um Unfallchirurg zu werden. Ich erzählte ihm alles – wie ich in den Augen meiner einzigen Familie zur Witzfigur geworden war.

Es herrschte Stille in der Leitung. Dann sagte er: „Kommen Sie mich besuchen.“

Zwei Tage später fuhr ich zu seinem Haus in den Black Hills. In seiner Garage befand sich eine private medizinische Einrichtung, die fortschrittlicher war als die meisten Krankenhäuser. Typisch Tommy – immer unkonventionell, immer genial.

Während er meine Knie behandelte, sprachen wir über seine Karriere, meine jahrzehntelangen Reisen, die Brüder, die wir verloren hatten, und wie anders sich der Verein inzwischen anfühlte. Er hörte zu. Dann lächelte er.

„Morgen gibt es eine Fahrt.“

Er sagte: „Der Medicine Wheel Run. Fünfhundert Meilen durch die Black Hills. Keine Pausen außer zum Tanken. Er ist mittlerweile so etwas wie eine Sturgis-Legende.“

„Und Sie meinen, ich sollte es tun?“

„Diese Behandlungen machen dich nicht wieder jung“, sagte er, „aber sie lindern die Schmerzen. Der Rest liegt an dem sturen Kerl, mit dem ich früher zusammen gefahren bin.“

Am nächsten Morgen fuhr ich zur Startlinie. Fünfhundert Fahrer waren da, die meisten jung, die meisten voller Prahlerei. Razor und ein paar Clubmitglieder waren schon da und waren überrascht, mich zu sehen.

Die ersten 160 Kilometer verliefen reibungslos. Die zweiten 160 erforderten Konzentration. Bei Kilometer 480 gingen die Fahrräder kaputt und die Fahrer gaben auf. Mein Körper schmerzte, aber der Schmerz war nicht das Schlimmste – es war die Willensprobe.

Bei Kilometer 400 überholte ich Razor. Sein Motorrad stand am Straßenrand, der Motor dampfte. Ich nickte ihm im Vorbeifahren zu.

Als ich endlich die Ziellinie überquerte, konnte ich mich kaum noch auf den Beinen halten. Meine Beine zitterten. Mein Rücken schmerzte. Aber ich hatte es geschafft.

Später in dieser Nacht, als die Sonne hinter den Hügeln versank, fand mich Razor auf dem Campingplatz.

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